Ratgeber / 03 · Markisen

Welche Markise beschattet Ihren Sitzplatz wirklich?

Die Terrasse ist breit genug, die Markise ebenfalls – trotzdem kann die Sonne am Nachmittag auf den Tisch fallen. Der Grund liegt häufig in der Planung nach Grundfläche statt nach dem tatsächlichen Schattenverlauf.

Herausgeber: Daniel Feldmann BauelementeStand: · ca. 4 Minuten

Das Wichtigste vorab

Planen Sie eine Markise nach dem gewünschten Schatten zur wichtigsten Nutzungszeit. Breite, Ausfall, Montagehöhe und Sonnenstand wirken zusammen. Messen Sie daher nicht nur die Terrasse: Beobachten Sie den Sitzplatz, die seitliche Sonneneinstrahlung und die freien Laufwege.

Eine kleine Schattenbeobachtung vor der Produktauswahl

Fotografieren Sie Ihren Sitzplatz an einem sonnigen Tag zu den Zeiten, an denen Sie ihn typischerweise nutzen. Halten Sie den Aufnahmeort möglichst gleich. Markieren Sie auf einer Skizze Esstisch, Stühle in zurückgezogener Position und den Durchgang zum Garten.

So wird sichtbar, ob mittags ein großer Bereich geschützt werden soll oder ob hauptsächlich die tief stehende Abendsonne stört. Eine größere horizontale Dachfläche ist nicht automatisch die Antwort auf seitlichen Lichteinfall. Die Beobachtung verhindert, dass Größe gekauft wird, obwohl eine andere Schutzrichtung fehlt.

Breite und Ausfall erfüllen unterschiedliche Aufgaben

Die Breite beschreibt die Ausdehnung entlang der Fassade, der Ausfall die Ausladung nach vorn. Die nutzbare Tuchfläche kann vom äußeren Anlagenmaß abweichen. Lassen Sie sich deshalb erklären, welche Maße im Angebot angegeben sind.

Betrachten Sie auch den Bereich unter der Vorderkante. Dort sollen Menschen bequem vorbeigehen können. Gleichzeitig beeinflussen Montagehöhe und Neigung die Schattenwirkung. Diese Größen können nicht unabhängig voneinander maximiert werden. Ein Foto mit eingezeichnetem Sitzplatz ist für das Gespräch oft hilfreicher als eine vorschnell festgelegte Wunschgröße.

Gelenkarm und Kassette sind keine Gegensätze

Eine Gelenkarmmarkise kann eine offene, teilweise geschützte oder geschlossene Bauform besitzen. Die Kassette beschreibt den Schutz der eingefahrenen Anlage; die Gelenkarme tragen das ausgefahrene Tuch. Beide Begriffe können also dasselbe Produkt betreffen.

Fragen Sie, welche Teile beim gewählten Modell geschützt liegen und wie die Anlage an Ihrer Fassade wirkt. Ein vorhandener Dachüberstand verändert die Einbausituation. Für die Auswahl zählen neben der Optik auch Zugänglichkeit und die geplante Befestigung.

Tuchmuster vom Sitzplatz aus beurteilen

Legen Sie Muster nicht ausschließlich auf einen Tisch im Innenraum. Sehen Sie sich Farbe und Lichtwirkung im Freien an und betrachten Sie das Gewebe auch gegen das Licht. Überlegen Sie, wie es mit Möbeln und angrenzenden Wohnräumen zusammenspielt.

Die gewünschte Wirkung lässt sich konkret beschreiben: weniger Blendung beim Lesen, ein heller Essplatz oder stärkere Abschirmung. Fragen Sie nach passenden Stoffeigenschaften, statt nur einen Farbcode auszuwählen. Den Umgang mit Wind und Niederschlag bestimmt die Anleitung der konkreten Anlage; die Bezeichnung Markise ist kein allgemeines Allwetterversprechen.

Komfort so wählen, dass Sie ihn tatsächlich nutzen

Wird der Sonnenschutz mehrmals am Tag verändert, kann ein Motor die Nutzung erleichtern. Überlegen Sie, ob ein gut erreichbarer Taster reicht oder eine Fernbedienung gewünscht ist. Bei Automatikfunktionen sollte klar sein, wann die Markise selbst fährt und wie Sie eingreifen können.

Halten Sie vor der Bestellung fest, wo Strom vorhanden ist und welche Arbeiten noch nötig sind. So vergleichen Sie Angebote einschließlich der Voraussetzungen für den gewünschten Bedienkomfort.

Ihre Entscheidung auf einen Blick

Auf kleinen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich verschieben.

Beobachtung und passende Planungsfrage
BeobachtungPlanungsfrage
Tisch mittags in der SonneWelche Fläche muss zu dieser Uhrzeit verschattet sein?
Blendung am AbendIst zusätzlicher senkrechter Schutz sinnvoll?
Enger LaufwegWelche Durchgangshöhe bleibt ausgefahren?
Häufiges Ein- und AusfahrenWelche Bedienung ist bequem erreichbar?

Häufige Fragen zu Markisen

Ist der Ausfall gleich der Schattentiefe?

Nein. Der Schatten verändert sich mit Sonnenstand, Neigung und Montagehöhe. Der Ausfall ist ein Anlagenmaß, keine Zusage einer gleichbleibenden Schattenfläche.

Ist eine Kassettenmarkise auch eine Gelenkarmmarkise?

Das ist möglich und üblich. Gelenkarm bezeichnet die Tragmechanik, Kassette die geschlossene Unterbringung im eingefahrenen Zustand.

Welche Fotos sollte ich zur Anfrage schicken?

Eine gerade Fassadenansicht, den Sitzplatz und möglichst Aufnahmen mit störender Sonneneinstrahlung. Ergänzen Sie die Uhrzeiten und Ihre gewünschte Nutzungsfläche.

Vom Ratgeber zur Planung vor Ort

Für Ihre Terrasse in der Region rund um Hänigsen zählt der konkrete Sonnenlauf am Haus. Nutzen Sie Ihre Fotos als Grundlage für die persönliche Markisenberatung; Beispiele ausgeführter Anlagen finden Sie in den Referenzen.

Ihr nächster Schritt

Ihre Fragen zu Markisen persönlich klären.

Besprechen Sie Ihre Anforderungen mit Daniel Feldmann. Fotos und eine kurze Beschreibung helfen bei der ersten Einordnung.

Fachliche Grundlagen

Weiterführende Fach- und Herstellerinformationen zu den erläuterten Prinzipien. Die Links beschreiben Grundlagen und sind keine Zusage zu einer bestimmten angebotenen Marke oder Ausführung.